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KoR vom 02.11.2011, Heft 11, Seite 538 - 542

Die Bilanzierung immaterieller Vermögensgegenstände nach BilMoG - Normative Erkenntnisse empirischer Befunde

Die Einführung des Aktivierungswahlrechts durch das BilMoG für bestimmte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände wurde von einer kontroversen Diskussion im Schrifttum begleitet. Der Beitrag zeigt auf, wie empirische Forschungsarbeiten in dem konkreten Fall des Aktivierungswahlrechts von bestimmten immateriellen Vermögensgegenständen dazu beitragen können, eine Beurteilungsgrundlage für Ausgestaltungen von Rechnungslegungsregeln zu schaffen und damit normative Erkenntnisse zu generieren.

Gliederung

I.Einleitung
II.Ansatz von selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen nach HGB n.F.
 1.Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
 2.Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände nach HGB n.F.
III.Rezeption im Schrifttum
 1.Erhöhung der Relevanz
 2.Verlust von Verlässlichkeit
 3.Zwischenfazit
IV.Empirische Evidenz
 1.Konzept der Wertrelevanz
 2.Empirische Evidenz angelsächsischer Studien
 3.Auf Deutschland übertragbare empirische Evidenz
 4.Normative Erkenntnisse der empirischen Befunde
V.Zusammenfassung

Einleitung

Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) vom 25.05.2009 beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Verhältnis zu den IFRS gleichwertige, d.h. genauso entscheidungsnützliche, aber weniger komplexe und kostengünstigere Alternative zu schaffen. Zur Erreichung dieses Ziels wurden bilanzpolitische Wahlrechte eingeschränkt und Bilanzierungsverbote aufgehoben, um dadurch den Informationsgehalt der Jahresabschlüsse zu erhöhen. Die Aufhebung des Aktivierungsverbots zugunsten eines Aktivierungswahlrechts für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde hierbei besonders kontrovers im Schrifttum diskutiert. Die in diesem Zusammenhang vorgetragenen Argumente für bzw. gegen dieses Wahlrecht beruhen im Wesentlichen auf den beiden Polen des Spannungsverhältnisses zwischen den Rechnungslegungsgrundsätzen der Entscheidungsrelevanz (Eignung für die Beeinflussung der wirtschaftlichen Entscheidungen der Investoren und anderer Gruppen) und Verlässlichkeit (glaubwürdige Darstellung).

Das wesentliche Ziel dieses Beitrags besteht darin, aufzuzeigen, wie empirische Forschungsarbeiten in dem konkreten Fall des Aktivierungswahlrechts von bestimmten immateriellen Vermögensgegenständen dazu beitragen können, eine Beurteilungsgrundlage für Ausgestaltungen von Rechnungslegungsregeln zu schaffen und damit normative Erkenntnisse zu generieren. Anhand dieses Vorgehens wird verdeutlicht, dass sich die empirische Forschung über kapitalmarktorientierte Unternehmen nicht in einer l'art pour l'art erschöpft, sondern auch Implikationen für die Praxis schaffen kann.

Im Folgenden wird zunächst die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögensgegenständen nach HGB i.d.F. des BilMoG dargestellt (Abschn. II.), um danach die Rezeption der Änderungen, insbesondere die Einführung eines Aktivierungswahlrechts für bestimmte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände, im Schrifttum nachzuzeichnen und die Argumente entsprechend den gegensätzlichen Polen von Relevanz und Verlässlichkeit einzuordnen (Abschn. III.). Anschließend werden die empirische Evidenz gewürdigt und darauf aufbauend normative Erkenntnisse abgeleitet (Abschn. IV.). Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse (Abschn. V.).


Informationen zu den Autoren

Dipl.-Ök. Duc Hung Tran ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Allgemeine BWL und Wirtschaftsprüfung der Universität zu Köln.


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