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KoR vom 02.04.2012, Heft 04, Seite 178 - 186

Vereinfachung des Goodwill Impairment-Tests nach US-GAAP

Bisher war nach US-GAAP ein jährlicher zweistufiger quantitativer Prozess zur Werthaltigkeitsüberprüfung des Goodwill verpflichtend. Mit der Aktualisierung der ASC 350-20 haben Unternehmen nun die Option, eine vorgelagerte qualitative Werthaltigkeitsprüfung durchzuführen, um zu entscheiden, ob der kostenintensive quantitative Test notwendig ist. Der Beitrag beschreibt die wesentlichen Änderungen und konkretisiert mögliche Indikatoren zur Konzeption eines qualitativen Tests.

Gliederung

I.Einleitung
II.Bisherige Vorschriften des Goodwill Impairment-Tests
III.Änderungen der Vorschriften des Goodwill Impairment-Tests
 1.Ergänzung eines vorgelagerten qualitativen Goodwill Impairment-Tests
 2.Qualitative Indikatoren zur Bestimmung eines Goodwill-Abschreibungsrisikos
 3.Würdigung
IV.Konkretisierung ausgewählter Indikatoren zur Beurteilung eines Goodwill-Abschreibungsrisikos
 1.Vorbemerkung
 2.Makroökonomische und industriespezifische Indikatoren
 3.Unternehmensspezifische Indikatoren
 4.Sensitivitätsanalyse
V.Zusammenfassung der Indikatoren und Auswertung
VI.Zusammenfassung

Einleitung

Mit der Aktualisierung der Accounting Standards Codification Section 350-20 "Intangibles-Goodwill and Other: Testing Goodwill for Impairment" (ASC 350-20) hat das Financial Accounting Standards Board (FASB) den Prozess des Goodwill Impairment-Tests für nach US-GAAP bilanzierende Unternehmen vereinfacht. Übergeordnetes Ziel dieser Vereinfachung ist die Senkung der Komplexität und der Kosten des Goodwill Impairment-Test-Prozesses. Zur Ermöglichung dieses Ziels wird dem bisher zweistufigen quantitativen Test die Option eines qualitativen Tests vorgeschaltet. Anhand qualitativer Indikatoren soll die Wahrscheinlichkeit eines potenziellen Wertberichtigungsbedarfs des Goodwill bestimmt werden. Erst wenn ein Wertberichtigungsbedarf mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% ("more likely than not") gegeben ist, muss der bisher bekannte zweistufige Test ausgeführt werden. Die neue Regelung gilt ab dem 15.12.2011 einheitlich für börsen- und nicht börsennotierte Unternehmen. Eine Anwendung ist für vor diesem Zeitpunkt liegende Jahresabschlüsse erlaubt.

Grundsätzlich ist eine qualitative Analyse von Indikatoren keine Neuheit im Rahmen des Goodwill Impairment-Tests. Unabhängig vom jährlichen Test müssen Unternehmen den zweistufigen quantitativen Test durchführen, wenn unterjährig anhand qualitativer Indikatoren ein Wertberichtigungsbedarf wahrscheinlich wird. Dies gilt auch in ähnlicher Form für den Goodwill Impairment-Test nach IFRS. Allerdings erlauben die IFRS keinen qualitativen Test im Rahmen des Jahresabschlusses.

Allein aufgrund der unterjährigen Analyse sollten Unternehmen daher schon über qualitative Indikatormodelle zur Identifikation von Wertberichtigungsrisiken verfügen. Empirische Analysen lassen das Vorhandensein qualitativer Modelle und deren Umsetzung oder systematische Verwendung aber als fraglich erscheinen. Zudem erscheint es möglich, dass Wertminderungsbedarf zu spät erkannt oder verbucht wird.

Diskussionsbedarf, insbesondere auch zur praktischen Umsetzung einer qualitativen Werthaltigkeitsprüfung, scheint daher gegeben zu sein. Indikatoren zur Erkennung von Risiken im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wurden bereits in Bezug auf kundenorientierte Vermögenswerte diskutiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Indikatoren, die die Ertragskraft des Unternehmens beeinflussen. Übergeordnete bewertungsrelevante Indikatoren wie Börsenkurse, Multiplikatoren, Kapitalkosten oder einfache Kennzahlen der Bilanz und der GuV wurden nach Kenntnisstand der Autoren bisher nicht ausführlich diskutiert. Gleiches gilt für die praxisorientierte Umsetzung der theoretischen Indikatoren. Die Lücke soll dieser Beitrag schließen.

Der Beitrag beginnt mit einer Darstellung der wesentlichen Änderungen des Goodwill Impairment-Tests im Vergleich zu den bisherigen Vorgaben. Im darauf folgenden Abschnitt wird bilanzierenden Unternehmen anhand ausgewählter Indikatoren aufgezeigt, wie eine Operationalisierung der Vorgaben des FASB ausgestaltet werden könnte. Nach einer kritischen Diskussion der Ergebnisse schließt der Beitrag mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.


Informationen zu den Autoren

Prof. Dr. Christoph Watrin ist Direktor des Instituts für Unternehmensrechnung und -besteuerung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Dipl.-Kfm. Rüdiger Stöver ist Doktorand an diesem Institut.


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